Montag, Januar 24th, 2011 | Author:

Wieder gelandet an einem 90-Grad Strand unseres Kugelwohnplatzes.
Hängematte in unserem Häuschen in Relax Bay.
Sanfte, warme Luft, das Rascheln der großen Bananenpflanzen vor unserer Terasse.
Das ruhige rhythmische Geräusch, wenn die Gärtner den Rasen vom heruntergefallenen Laub befreien.
Zeit, die einfach fließen darf wie ein weiter, ruhiger, klarer Strom, der durch fruchtbare Landschaft fließt. Fülle, Selbstverständlichkeit. 

Ich sehe mein entferntes Leben in der deutschen Hamsterkolonie widergespiegelt in den so verknittert ernst erscheinenden Gesichtern mancher Westler hier, hergeflogen aus einem Leben, das offensichtlich voll ist von zahlreichen, komplizierten und schwierigen Gedanken und stressigen Jobs. Die klugen Köpfe sitzen schwer auf den müden Körpern. Jeder fest verschlossen in seiner Egoblase, voll ausgelastet mit angestrengtem Erholen. Gesundbleiben. Die gebotenen Leistungen kontrollieren und bewerten. Hat man das bestmögliche Angebot erwischt? Den Urlaub nutzen. Kontrolliert, aber effektiv braunwerden. Man möchte sie besser nicht bei ihrem wichtigen Projekt stören, indem man sie anspricht, das fühlt sich ganz anders an als die offenen Leute in Neuseeland. 
Die einzigen, die einfach menschlich anwesend sind, sind die zahlreichen Kinder und die Thais, die diesen Ort pflegen und die armen reichen Westler bedienen.

Das Dumme ist nur, wir sind ja selber „Westler“. Allerdings lachen und lächeln wir im Vergleich viel und geniessen sichtlich entspannt den schönen Platz in vollen Zügen, und werden vermutlich deswegen schon nach drei Tagen als jemand irgendwie Spezielles wahrgenommen und gleich mit einem Lächeln oder einem freundlichen „Sawadee“ begrüßt.
Üben wir uns also im Mitgefühl für unsere fleissigen Mithamster, bald drehen auch wir wieder munter mit am großen Rad.

Es ist traumhaft schön hier, ein gut gepflegter Paradiesgarten an einer eigenen Bucht mit weiß-buntem Korallensand. Das Meer ist warm und klar, mit sanften Wellen. Ein großer Baum am Strand spendet Schatten.

Unser offenes, palmblattgedecktes Terassen-Restaurant liegt direkt am Strand, geschmückt mit lustig verteilten roten und gelben Lampions. Eine umfangreiche, französisch angereicherte Speisekarte lädt zum Probieren und Genießen ein. Mmh, echtes Thaiessen, scharf, würzig frisch und leicht!

Nebenan eine Strandbar, an der es jeden Abend zur Happy Hour (die leider – nothing is perfect – mit der lunchtime der vereinzelten Mücken sammenfällt) einen wechselnden leckeren Coctail zum Probierpreis anbietet. Der tropische Sonnenuntergang allerdings läßt die kleinen Mittrinker schnell vergessen und ist jeden Abend ein Erlebnis.

Wir haben einen hübschen, mit den Jahren leicht schief gewordenen Bambusmatten-Bungalow mit eigenem Bad, Ventilator und Terrasse mitten im Dschungel-Garten. Große Bäume und Bananenpflanzen geben Schatten, durch die Stämme glitzert das Meer, und die Wellen, die Vögel und die Grillen spielen leise die Hintergrundmelodie des Tages. (Gemessen an den edlen Flöten-Klängen des neuseeländischen Tui’s sind die hiesigen Konzertanden allerdings nur Amateure)

Es ist der perfekte Flitterwochenplatz als willkommene Ergänzung und Abrundung zu den frischen, abenteuerlichen Natur & Outdoor-Wochen in Neuseeland. So etwas hatten wir uns erhofft, fühlen uns leicht wie zwei weiße Wolken im Wind, geniessen die Schönheit und diesen tropischen Luxus mit dankbarem und leichten Herzen.

Auch das ist eine der tausend Möglichkeiten dieser einen Welt!

Sybil: Mein lieber Mann schreibt mir ganz aus dem Herzen! Welch ein schönes Leben!

An unsere Freunde: Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich für eure netten Kommentare, es ist ein besonderes Erlebnis, auf dieser Reise mit euch in Verbindung zu sein!

Category: Reise
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10 Responses

  1. 1
    Klaus Garms 

    Das ist ja auch wieder unglaublich malerisch!

    Schöne Grüße aus dem (momentan wieder naßkalten) Hamster-Land! 😉

  2. 2
    Romy, Bea und Dirk 

    Aus osteuropäischer Perspektive sieht das Hamsterrad schon wieder anders aus. Auch hier in Nitra, deutlich mehr Ent-Spann-t-heit als bei uns. Weniger angestrengte Höflichkeit, weniger Tammtamm, herber, aber durchaus nett.

    Habe noch nicht viel gesehen von der Slovakei, und war etwas überrumpelt von den ersten drei Riesenschildern entlang der Autobahn, Wüstenrot, Ikea, Lidl..alle sind da…

    Deine Beschreibung der anderen Langnasen ist sehr treffend, fast schon Bruce Chatwin Style, dessen Buch „What am I Doing here“ ich mit auf diese Moderationsreise in den Osten genommen habe.

    Schön sind auch wieder die Bilder, die ihr eingestellt habt! Danke Schön fürs mitreisendürfen,
    Sawadee Khap und Chok di für Eure Tropeninseltage.

    Herzliche Grüße
    Dirk

  3. 3
    birgit-salome 

    Vielleicht klingt das für die Nachdenklichen ein wenig selbstgerecht – muss man eigentlich aufhören zu denken, um so zu „fühlen“?
    Für wen ist das von dienenden Geistern gepflegte Paradies ein „Paradies“?

  4. 4
    Martin 

    Liebe Birgit,
    Du magst Recht haben. Es war spontan und subjektiv, was ich geschrieben habe. Sowohl, was das paradiesische angeht, als auch mein kritisches Auge auf unsere Miturlauber. Beides ist natürlich nur eine von mehren möglichen Perspektiven, und natürlich kann ich differenzieren.
    Es ist nicht leicht zu vermitteln, wie es sich anfühlt, nach 5 Wochen großer menschlicher Offenheit um uns herum in eine so kontrastreiche Situation zu geraten: Wunderschön anzusehen und zu fühlen, die Luft, das Wasser, die Formen, alles schmeichelt den Sinnen, aber rund um dich gibt es fast nur ernste Mienen? Wir fühlten uns glücklich, und vermissten manchmal ein glückliches Gesicht um uns herum um das Schöne zu teilen.
    Das „Paradies“ hier ist zum allergrößten Teil ein Geschenk der Natur, zu einem anderen der Initiative der französischen Resortbesitzer, die einen guten Kompromiss zwischen Gestaltung und Natürlichkeit gefunden haben, und selbstverständlich der Arbeit der hier arbeitenden Thais zu verdanken, die einen entspannten und zufriedenen Eindruck machen.
    Grüße von Martin

  5. 5
    Irene Hügel 

    So kurz vor Mitternacht und der Bettflasche im Arm eure Fotos und Beschreibungen zu sehen, löst ein neues, bisher unbekanntes Gefühl in mir aus: Neid! Himmel, ja, ich werde richtig neidisch und stehe dazu! Immerhin hab ich wohl allen Grund!
    Und dann ist da aber noch was – ein tiefes Gönnen, eine liebevolle Großzügigkeit, eine echte Freude mit und für Euch. Sybil, Martin, es ist sooo schön, dass ihr dies alles erleben dürft. Und dass ihr mich an eurem Glück teilhaben lässt. Ich umarme euch – IRENE

  6. 6
    Katrin 

    Oh nee mutet das traumhaft an! Das tut ja fast weh so schön… habt ihr das hochzeitliche Ehebett auf den Strand gestellt??
    D.h. ihr seid beim 2. Abschnitt eurer Reise gelandet. Hier drehen sich die Räder in der Tat kräftig weiter und es gibt viele Menschen, die freuen sich schon darauf, wenn ihr zurück kommt. Ich z.B. Herzliche Grüße noch eine tolle Zeit. Katrin

  7. 7
    Martin 

    Liebe Katrin,
    Ahem, der Eindruck täuscht, wenn Du denkest, wir hätten das Ehebett an den Strand gestellt. Es gibt hier nette kleine Standhüttchen für den Schatten tagsüber, und eins sieht halt so aus….
    unsere Gedanken wandern auch immer öfter Richtung Westen, und wir freuen uns darauf, euch alle wiederzusehen!
    Martin und Sybil

  8. 8
    Ulli und Wolfgang 

    Liebe Sybil, lieber Martin,
    wir sind am letzten Samstag ganz eingetaucht in neuseeländische Landschaft und Natur beim Diaabend unseres Freundes Andi, der ja Nord -und Südinsel per Rad durchquert und umrundet hat – was für schöne Bilder von diesem faszinierenden Land.

    Und jetzt als Kontrast Sinnliches aus Thailand. Und welch ein Glück und Privileg, das alles erleben und genießen zu können,oder?
    Als Gast in der Fremde ist das manchmal einfacher, als für die , die immer vor Ort leben. Aber ihr wisst das ja! Tankt noch schön Wärme und Sonne und bringt sie uns mit.
    Liebe Grüße Ulli

  9. 9
    Nikola 

    Hallo Ihr zwei, ich wünsch Euch noch einen schönen letzten Teil der Reise – war schön Euch ein bisschen begleiten zu dürfen – die Bilder der Landschaften dieser Welt betrachten ist wie tiefes Durchatmen. Jetzt trink ich im Geist ein Pinapple-Coconut-Shake mit Euch, seid lieb gegrüßt and come home safely.
    Herzlich, Nikola

  10. 10
    Werner Freundt 

    Hey, Ihr zwei, freue mich für Euch, dass es Euch so gut geht…
    Habe heute morgen überlegt ob Ihr wohl noch unterwegs seid oder nicht. Habe die Antwort gegoogelt und bin auf diesen herrlichen Blog gestoßen. So schön anzuschauen und mitzugenießen. Tankt auf, lasst Euch erfüllen und kommt wieder,
    wir brauchen Euch auch hier…

    Liebe Grüße

    Werner