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Freitag, April 03rd, 2009 | Author:

Am letzten Wochende haben wir eine Idee der letzten Wochen der Realisierung ein Stück näher gebracht: einen Dome (geodätische Kuppel) zu bauen. Erfunden wurde diese faszinierende Bauform, die mit extrem wenig Material schöne und sehr haltbare, kugelförmige Gebäude erzeugt in den 40er Jahren von Buckminster Fuller.
In Gesprächen mit meinen Freunden Len & Franziska von Theater R.A.B entwickelte sich die Vison, für Ihr neues Stück „Helios“ einen außergewöhlichen, naturnahen Aufführungsort zu schaffen, und es wurde relativ schnell kar, dass ein Dome dafür genau die richtige Ausstrahlung hätte.
Schon seit ich Bilder von dem letzten Boom-Festival sah, haben mich diese Gebäude fasziniert, durch ihre Ästhetik, durch den fast sakralen Charakter des Innenraums, der an die Himmelskuppel erinnert, und an die faszinierend einfachen Möglichkeiten des Bauens durch die serielle Verwendung von ganz wenigen Grundelementen.
Mein Hirn begann fast wie von selbst Entwürfe zu Bautechniken zu produzieren, die ich manchmal spät in der Nacht noch aufzeichnete:

Ideen für die Verbindungsknoten

verschiedene Ideenskizzen für die Verbindungsknoten


Letztes Wochenende machten wir uns nach einer intensiven Rechere im Netz und mit dem Know-How einer hilfreichen Berechnungs-Site aus dem Kreis um das „Burning Man-Festival“ in Amerika daran, den visionierten 10-m Dome erst einmal im Maßstab 1:10 auf dem heimischen Wohnzimmerteppich als Modell zu bauen.
Das Konstruktionsprinzip eines V3-Domes

Das Konstruktionsprinzip eines V3-Domes

Material: 2 Packungen Stohhalme, stabiler Bindfaden, etwas Draht und einige Unterlegscheiben.
Wir testeten ein System, in dem Ketten der 3 verschieden langen Elemente A, B und C zusammengestellt werden, um sie dann zu dem Gebäude zusammenzufügen. Nach einigem Studieren der Schemazeichnung kam folgendes dabei heraus:

Das gesamte Material, wohlgeordnet in Ketten aufgefädelt

Das gesamte Material, wohlgeordnet in Ketten aufgefädelt


Wir erkannten bald, dass wir ganz oben, am Scheitelpunkt mit dem Zusammenbau beginnen sollten, und einige Zeit später sah das Ganze so aus:
Vernetzung ganz praktisch...

Vernetzung ganz praktisch...


Und tatsächlich, nach dem Verbinden der ersten waagerechten Ketten begann die Kuppel wackelig sich aufzurichten. Immer wieder waren wir fasziniert von den vielen Symetrien, die sich beim Zusammensetzen ergeben. Eigentlich hätten wir 3 Farben benutzen müssen, hatten aber nur 2 Sorten Strohhalme, so dass die beiden Kürzeren Sorten A+B beide in gelb erscheinen.

Es gab Momente, in denen unser Produkt sich bedrohlich in Richtung eines chaotischen Knotens zu entwickeln schien, aber letztlich war es das schwierigste, die kleinen 6er- Verbindungen einigermaßen stabil hinzubekommen.

Wir bauten also von oben nach unten, und tatsächlich wurde unser Gebäude immer stabiler, je höher es wuchs!
Es ist schön, und es hält, obwohl es nur aus superleichten Plastikstrohhalmen besteht!

Plötzlich gab es auf auf unserem neuen Tischgrill ein leckeres Abendessen, und später vergaßen wir in unseren Planungen und Visionen ganz das Fotografieren.
Hier ein Bild vom Strohhalm-Dome, das wir später im Juli gemacht haben, als wir uns den Bau eines echten 5m-Domes vorgenommen haben.

Jetzt drehen sich unsere Gedanken darum, mit welchen Materialien man einen echten Dome in Originalgröße umsetzen könnte und dabei die Quadratur des Kreises schafft:
– möglichst preisgünstig
– möglichst ohne industrielle Spezialwerkzeug herzustellen
– möglichst schnell und einfach auf- und abzubauen (Tournee)
– regendicht, belüftbar, sturmstabil verankert
– und möglichst kompakt zum Transportieren

Mein aktuell letzter Stand ist die Idee, die Elemente schreinermäßig aus Kanthölzern anzufertigen, präzise zu verzapfen und spezialangefertigte Verbindungsknoten komplett einzusparen. Die regenfeste Außenhaut könnte direkt aufgetackert werden. Jetzt braucht es etwas Mathematik, um die Winkel für die Konstruktion exakt auszurechnen…

dome-aus-holzplane

.. die Aktion hat viel Spaß gemacht, es bleibt spannend. Mir schwirren schon Ideen mit verglasten Elementen und gut isolierten Lehmbau-Wandheizungselementen nach dem Vorbild unserer Wohnung für einen winterfesten Dome durch den Kopf….

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